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Häagen-Dazs: Warum heißt die Marke so?

Noch immer halten viele Konsumenten das bekannte Speiseeis für eine dänische Marke. Das ist zwar falsch, war aber die klare Absicht des amerikanischen Firmengründers Ruben Mattus. Der Sohn polnischer Einwanderer fuhr schon als Kind mit dem Eis-Verkaufswagen seiner Mutter mit und tüftelte an eigenen Eiskreationen.  Als es ihm gemeinsam mit seiner Frau Rose 1961 gelang, eine eigene Eisfirma zu gründen, schuf er das Kunstwort HÄAGEN-DAZS. Das erste Logo zeigte sogar noch die Umrisse Dänemarks. Dabei hat dieses Wort keinerlei dänische Bedeutung und der Umlaut „ä“ existiert nicht einmal im dänischen Alphabet; dort gibt es nur ein „æ“.

Das war trotzdem ein genialer Coup; denn damit schuf er eine eigene Kategorie von Eiscreme. Zuvor gab es in den USA nämlich nur “American“ und “Italian“ Ice Cream – jetzt kam quasi eine skandinavische Kategorie hinzu. Skandinavien hat traditionell ein gutes Image in den USA und Backwaren, die bei uns „Teilchen“ oder „Hefestück“ genannt werden, heißen in den USA „Danish“. Insofern gab eine assoziative Verbindung zu leckeren Lebensmitteln. Heute nennt man diese Markenstrategie Cuckoo-Branding.

In der Literatur taucht als Grund für diesen Namen immer wieder auf, dass Mattus den Namen gewählt habe, weil Dänemark das einzig besetzte Land in Europa gewesen sei, das während Krieges Juden gerettet hat. Dies hat er auch tatsächlich gesagt, allerdings im Interview mit einer israelischen Zeitung. Es bleibt also offen, ob das die wahre Motivation oder geschickte PR war. Heute gehören die Markenrechte in den USA Nestlé und im Rest der Welt General Mills.

Egal, was der wahre Grund für diese Namenswahl war, sie erfüllt prototypisch in vollem Umfang den Basisanspruch jeder Marke: Anders sein als die anderen!.

Ein Beitrag von Endmark GF Dr. Bernd Samland in der Absatzwirtschaft.

Warum heißt die Marke so?